Broniki  11. Juli 1941

Das III.Armeekorps (mot.) durchstößt mit der 13. Panzerdivision am 7. Juli die Stalinlinie südlich von Zwiahel. Durch diese Lücke dringen zusätzlich auch die 14. Panzerdivision und die 10. Panzergrenadierdivison weiter rasch nach Osten vor. Die Spitzendivision des Korps, die 13.PD, erreicht bzw. durchschreitet am 10.7. bereits Shitomir, während ihr die beiden anderen Divisionen dichtauf folgen.
Die 44. Infanteriedivision hat nun den Auftrag so rasch als möglich den motorisierten Einheiten des III. Panzerkorps zu folgen, um die Rollbahn nach Shitomir zu sichern. 
In der Divisionsgeschichte ist über diese Tage Folgendes nachzulesen:
"Die an mehreren Stellen vom Feind besetzte Straße Zwiahel-Shitomir machte jeden Verkehr unmöglich. Der Division fiel die Aufgabe zu, sie als 'Rollbahn' der auf Kiew vorstoßenden Panzerdivisionen wieder freizukämpfen. Diese Flankenangriffe aus dem Norden auf die 'Rollbahn Zwiahel-Kiew' waren die logische Folge des deutschen Aufmarschplanes. Zwischen dem rechten Flügel der Heeresgruppe Mitte und dem linken Flügel der Heeresgruppe Süd bestand ein ausgespartes Gebiet von 200 bis 300 km Breite: die Pripjet-Sümpfe...
Nachdem der deutsche Angriff in Richtung Kiew voranging, griffen die im Pripjet-Abschnitt befindlichen Teile der sowjetischen 5.Armee nach Süden an, um die gegen Kiew vorstoßenden Panzer und mot-Divisionen abzuschneiden."


Johann Bundschuh fotographiert in diesen Tagen in der Nähe von Broniki ein vollkommen zerstörtes Militärfahrzeug. Es trägt auf der linken Vorderseite das taktische Zeichen einer motorisierten Panzerjägereinheit und ein großes weißes 'K'. Es gehört somit nicht zur 44.ID sondern zu einer der drei motorisierten Divisionen des III.Panzerkorps, das seinerseits wieder Teil der Panzergruppe 1 (Kleist) ist.
Gleich neben dem Fahrzeug sind frische Gräber von zehn gefallenen Wehrmachtssoldaten zu sehen.

Sechzig Jahre später bestätigt eine Onlinerecherche auf der Webseite des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und eine anschließende Anfrage bei selbigen über die Einheit, daß es sich bei den Toten um Soldaten der Panzergruppe 1 handelt. Vier gehören zum Stab der Panzerjägerabteilung 25 der 25.ID mot., ein weiterer zum Divisionsstab. Je ein Toter ist Angehöriger der beiden deutschen Panzerdivisionen, die auf Kiew vorstoßen. Der Rest gehört zu Heerestruppen bzw. ist dem Volksbund nicht bekannt.

Hier die Volksbunddaten im Detail:

25.ID mot. - Divisionsstab:
Reuchlin Rolf, Dienstgrad: Oberleutnant, Geb.: 05.06.1910 in  Porto, Gest.: 11.07.1941 in Zwiahel
 
25.ID mot. - Stab Panzerjägerabteilung 25
Neyer Wilhelm, Dienstgrad: Schütze, Geb.: 29.04.1920 in Bortlingen, Gest.: 11.07.1941  in B. Broniki Zwiahel
Rueff Otto, Dienstgrad: Obergefreiter, Geb.: 22.12.1917 in Spielberg, Gest: 11.07.1941 in Panzerstraße Nord 4 km sdostw. Broniki b. Zwiahel
Pitzmann Wilhelm, Dienstgrad:  Oberleutnant , Geb.: 16.12.1901 in Pforzheim, Gest.: 11.07.1941 in    Panzerstr. Nord 4 km südostw. Broniki b. Zwiahel
Brandt Heinz, Dienstgrad: Schütze, Geb.: 12.08.1922 in Kork, Gest.: 11.07.1941 in 4 km südostw. Broniki b. Zwiahel

13. Panzerdivision - Panzerpionierbataillon 13:
Klotz Helmut, Dienstgrad: Unteroffizier, Geb.: 12.03.1915 in Liebenau-Dippoldiswalde, Gest.: 11.07.1941 in   Waszurowka

14.Panzerdivision - 3./Kradschützenbataillon 64:
Pittschmann Johannes, Dienstgrad: Obergefreiter, Geb. 28.04.1914 in Dresden, Gest. 11.07.1941 in     Ulasginowka

Kr.Krfwz.3/4:
Feser Ludwig, Dienstgrad: Gefreiter, Geb.: 20.04.1912 in Retzstadt,  Gest: 11.07.1941 - 21.07.1941 in 3 km östl. Zwiahel, Str. Zwiahel-Chito- 

Für den Schützen Karl Locher sowie einem Angehörigen des Baubataillons 511 gibt es keine Informationen beim Volksbund. Auch die Angaben über den Todesort stimmen nicht bei allen genau überein. Die wahrscheinlichste Angabe '4 km südostwärts Broniki' ist im obigen Plan rot markiert.




Fotos von Johann Bundschuh

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